Grußwort




Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg


Sexueller Missbrauch hat viele Facetten. Es gibt ihn in jeder sozialen Schicht und unabhängig von kultureller oder ...mehr

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WDR-Beitrag, 26.08.2010

3. Vereinssporttag:
Zeig-die-rote-Karte

Hilfeportal für Missbrauch: www.hilfeportal-missbrauch.de

Schirmherrschaft

Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg:

 

"Sexueller Missbrauch hat viele Facetten. Es gibt ihn in jeder sozialen Schicht und unabhängig von kultureller oder ethnischer Herkunft. Zu 80-90% tritt er im sozialen Umfeld der Opfer auf. Der Sportverein ist neben der Schule eine der wichtigsten Sozialisationsinstanzen außerhalb der Familie. Die besondere Nähe und Körperlichkeit von Spiel, Sport und Bewegung - verbunden mit Momenten hoher Emotionalität - haben hohe Attraktivität, bergen aber auch Risiken. Gerade Kinder als schwächste Glieder der Gesellschaft sind auf den besonderen Schutz und die Fürsorge aller angewiesen. Sie haben ein Recht darauf, in Geborgenheit und frei aufzuwachsen.

Es ist daher unsere Pflicht, auch präventiv gegen Gewalt und Missbrauch an Kindern und Jugendlichen vorzugehen. Dies erfordert das vernetzte Arbeiten und Zusammenwirken aller relevanter Behörden, Institutionen und Organisationen – einschließlich des Sports und seiner Verbände und Vereine. In Sportorganisationen wurde die Problematik lange tabuisiert – zu groß war die Befürchtung unter Generalverdacht zu fallen, aber auch die Sorge, den besonderen Anforderungen dieser schwierigen Fragestellung unter den Bedingungen des ehrenamtlichen Engagements nicht gerecht werden zu können.

Diese Haltung hat sich glücklicherweise gewandelt. Es gibt vielfältige Ansätze einer offenen und ehrlichen Auseinandersetzung ohne Vorbehalte. Dabei zeigen viele Studien, dass regionalisierte Konzepte, die die Besonderheiten vor Ort berücksichtigen, mehr Erfolgsaussichten haben. Aus diesem Grund habe ich gerne die Schirmherrschaft über die Aktion „Zeig die rote Karte!“ im Rhein-Kreis Neuss übernommen.

Der Rhein-Kreis Neuss zeichnet sich durch eine vielfältige und attraktive Sportlandschaft aus, die durch eine engagierte und differenzierte Sportförderung unterstützt wird. Dabei ist die Aus- und Fortbildung von Trainern und Übungsleitern ein zentrales Thema. Mit der neuen Aktion wird ein Weg beschritten, den auch "Innocence in Danger" fordert: das Thema sexuelle Gewalt in die Ausbildung zur Kinder- und Jugendarbeit zu integrieren. Betreuer müssen wissen, was sie tun, wenn sich ein Kind an sie wendet. Sie müssen wissen, an wen sie sich selbst wenden können. Und sie müssen für Alarmsignale sensibilisiert werden.

Ich sehe den Rhein-Kreis Neuss hier auf einem guten Weg und wünsche seiner Aktion den Erfolg und die Resonanz, die dieses engagierte Vorhaben verdient."

 

Ihre Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg